Woche 39
Unser erstes Treffen fand in einem alten Gebäude statt, in dem es ganz sicher nach Bohnerwachs und fauligem Holz roch. Ein Fingerschnips weiter haben wir beide erwachsene Kinder, wohnen fast 200 Kilometer voneinander entfernt, sehen uns alle paar Jahre und es fühlt sich immer noch so an, als würden wir uns täglich sehen. Ein Fingerschnips entspricht übrigens – wie jeder weiß – etwa 44 Jahre.
Milo und Luna haben den Tag ohne mich gut überstanden. Zumindest wurde ich bei der Rückkehr nicht ignoriert. Dennoch gab es etwas zeitverzögert eine Form von Unmutsäußerung. Ich glaube niemand stellt noch in Frage, dass Tiere ein schlechtes Gewissen haben können.
Das Auto hat auf den letzten Metern unseres gemeinsamen Weges nochmal neue Reifen bekommen. Und ich – hoffentlich noch nicht am Ende des Weges – ein Fischpflaster, weil ich so tapfer bei der Blutabnahme war. Ansonsten habe ich das schöne Herbstwetter genossen, leckeres Kürbisbrot gebacken, bin in Spinnennetze gelaufen und habe Puzzle‑Nachschub besorgt.