Woche 44
Hello again, Oldenburg. Nachdem ich der Stadt letzte Woche beruflich den Rücken gekehrt habe, bestehen dennoch private Verbindungen. Und so habe ich die Zeit vor einem schönen Treffen mit kulinarischer Begleitung eines „Ziegenpeters“ genutzt, um die Stadt weiter zu erkunden. Und inmitten der zahlreichen kleinen Gassen habe ich auch einen Schallplattenladen wiederentdeckt. Diese Läden haben eine ganz eigene Atmosphäre. Es beginnt schon damit, dass man oft erstmal ein paar Stufen hinabsteigen muss. Gute Plattenläden sind NIE ebenerdig. Dann kommt der besondere Geruch dazu. Es riecht nach alten Geschichten, Restfeuchte und manchmal noch nach einem Hauch von Nikotin. Leider ist es kaum noch möglich wirkliche Schnäppchen zu machen. Danke Internet, Danke Fortschritt. Apropos Schritt – fast 22.000 an dem Tag.
Auch, wenn ich in der Urlaubswoche viel im Wald unterwegs war, so habe ich diese Zahl nicht mehr geknackt. Inzwischen kenne ich die Waldwege hier ganz gut und drehe relativ häufig meine Runden. Aber ein Reh habe ich hier so nah noch nicht gesehen. Ich glaube, wir haben uns beide im ersten Moment erschrocken und uns einfach angeglotzt. Ich durfte sogar noch schnell ein Foto machen, bevor es mir Platz gemacht hat.
Mir Platz zu machen ist Luna und Milo im Bett eher fremd. Meist liege ich dann so, dass es mindestens ein Körperteil nicht unter die Decke schafft. Um das angenehm zu finden, ist es auch nachts zu kalt geworden. Deshalb musste auch kurzerhand die zweite Decke rausgeholt und angeknüpft werden. Spätestens seit Halloween vorbei ist, sind wir nun auch offiziell in der gemütlichen Jahreszeit angekommen. Zum Glück hat hier niemand geklingelt. Nicht, dass ich etwas gegen Halloween oder gruselige Kinder habe. Ich hatte aber keine Süßigkeiten im Haus. Nur den Rest Kürbis-Quiche vom schönen Frühstück. Ein wenig zu gruselig, für die kleinen (Quäl)Geister.
Wie oft darf man eigentlich „Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht“ sagen, bevor es nicht mehr verrückt, sondern normal ist? Jedenfalls haben wir November. Ein Monat zwischen Totensonntag und vorweihnachtlichem Wahnsinn. Aber davon lasse ich mich nicht anstecken. Von beidem nicht.