Woche 43
Ich lasse mich nicht so leicht influencen. Außer, wenn es ums Essen geht. Da reichen der Geruch und der Anblick des Grünkohltellers einer Kollegin, um meinen Essensplan spontan umzuwerfen. Grünkohl mit vegetarischer Pinkel und Käsewurst ist wirklich sehr lecker. Das anschließende fressnarkotische Gefühl ist identisch zur Fleischvariante.
Dieses Völlegefühl gab es in der Woche ein weiteres Mal. Wenn Jubiläums‑Frühstück und Abschiedskuchen sich kreuzen, landet man am Ende des Tages überall, aber bestimmt nicht in einem Kaloriendefizit. Es war aber schön nochmal zusammen zu sitzen. Nach dem Urlaub geht es für mich dann in Bremen weiter. Die einfache Strecke ist fast 50 Kilometer kürzer. Die Fahrtzeit wird „zunächst“ wohl identisch bleiben. „Zunächst“ heißt offiziell: „Bis sich die Situation beruhigt, wird es noch vier Jahre dauern. Der Ausbau der A281 soll 2030 fertig sein.“ Ich glaube, ich werde doch wieder zum Bahnfahrer. Vielleicht ist es aber auch gar nicht so schlimm, wie befürchtet, wenn ich morgens bereits um 6 Uhr anfange zu arbeiten.
Das würde Luna und Milo sicher sehr entgegenkommen. Seit es früher dunkel wird, leiden sie anscheinend unter Fomo. Was auch immer sie glauben, morgens ab 4 Uhr zu verpassen, es muss SEHR wichtig sein. Dazu noch die Zeitumstellung, die ich auch ohne die Frühaufsteher für Unfug halte. Aber: Auf die Sommerzeit umgerechnet haben wir fast bis halb sechs geschlafen. Also sogar länger als sonst. Man kann sich das auch irgendwie schönrechnen.
Sie haben neben dem frühen Aufstehen eine weitere Leidenschaft. Neu eingepflanzten Ableger ins Schlafzimmer gestellt. Kurz danach diese verdächtige Stille, die man sonst nur kennt, bevor man das dreijährige Kind mit dem 2‑Liter‑Nivea‑Topf vor dem Spiegel des Kleiderschranks erwischt. Sie sind sehr gut im Austopfen.
So ist aber auch in der Wohnung immer was los, und an Motiven mangelt es nicht. Die Anzahl der Fotos ist ansonsten schon stark vom Wetter und dem geringen Tageslicht‑Zeitkorridor abhängig. Obwohl ja auch so ein Herbstfoto im Dunkeln auf dem Heimweg, nach einem schönen und leckeren Abend bei Freunden, etwas hat.
Die Urlaubswoche hat auch was: Viel Platz für spontane Ideen und ein paar schöne Termine, auf die ich mich sehr freue. Vielleicht sogar ein Ereignis, das mich aus dem Sitz katapultiert. Schauen wir mal, was wird.
(Was wird)